Meine Einschätzung der gegenwärtigen Situation bezüglich AL

Dies ist ein Leserbrief, den ich im Portal von kath.net niedergelegt habe.

Ich glaube, Papst Franziskus ist mit dem Schreiben AL zu weit gegangen und hat eine Türe geöffnet, die verschlossen bleiben muß. Auch wenn in dem Schreiben nicht ausdrücklich davon die Rede ist, daß den sog. Wiederverheiratet Geschiedenen die Sakramente gespendet werden können, haben doch die Entwicklungen danach gezeigt, wie das von manchen Bischöfen verstanden wurde und dies blieb unwidersprochen. Ein recht deutliches Indiz war der Brief von Bischöfen aus Argentinien und die Antwort des Papstes darauf. Alles deutet darauf hin, daß im Gegensatz zu früheren Verlautbarungen der Päpste und zum Katechismus, die Praxis nun geändert werden soll. Hinzu kommt, daß durch eine Überbetonung der Situationsethik und der Gradualität in dem „Perspektivwechsel“ (Prof. Spindelböck) der subjektive Charakter der Beurteilung einer Situation überhand genommen hat, dadurch eine nicht unbeträchtliche Schieflage entstand und somit eine wichtige Balance verlorenging.

Mit seinem großen mitleidigen Herzen für die Armut und Not dieser Welt kamen dem Papst wohl die Thesen Kardinal Kaspers entgegen und er öffnete sich dem deutschsprachigen Einfluß auf den Synoden! Hier schien ein Schlüssel für die praktizierte Barmherzigkeit auch im Falle der sog. Wiederverheiratet Geschiedenen zu sein. Doch an diesem Punkt zog der Irrtum ein, sich in der Praxis nun u.U. über die bisherige Regelung hinwegsetzen zu können. Jetzt ist es aber dieser Irrtum, der die Gegenreaktionen hervorruft, der Verwirrung und Unsicherheit stiftet, der den Fels Petri - statt Fels in der Brandung zu sein – wie bröckeln läßt.

Die vier Kardinäle haben den Mut, sich diesem Irrtum entgegenzustellen und sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite!

Das ist wohl auch der Grund, warum so manche unangemessene oder gar überhebliche Reaktionen auf ihr Schreiben aus Rom kommen. Wenn man sich seiner Sache sicher ist, kann man gelassen mit den Anfragen umgehen!

Unser lieber Papst ist aus meiner Sicht eingeladen, einen Schritt zu machen! Warum lädt er die Kardinäle nicht zum Gespräch ein? Vielleicht muß er seinem persönlichen Wunsch nach Veränderung entsagen und mehr hinter das Amt zurücktreten und das tun, was für die Kirche richtig ist! Vieles von seinem Schreiben zur Begleitung derjenigen, die sich in einer solchen Situation befinden, kann so gut angewandt werden, wenn nicht eine Türe aufgemacht wird, sie evtl. zu den Sakramenten zuzulassen.

Diese Tür steht nicht offen, sie ist m.E. durch das Wort des Herrn verschlossen! Genau dieser Punkt der Nichtbeachtung dieser Türe verschließt nämlich für andere Formen der Zuwendung, weil sich alles auf die Frage der Sakramente fixiert, selbst wenn der Papst es nicht will!

Ich denke, der Brief der Kardinäle ist ein Ruf auf diesem beschrittenen Weg inne zu halten und die Kirche nicht auf einen anderen Pfad zu zwingen! Viele werden da aus Überzeugungsgründen nicht mitgehen!

Jetzt ist noch Zeit dazu einzuhalten und alles noch einmal neu zu bedenken! Vielleicht aber nicht mehr lange! Mein Gebet ist es, daß die Sache auf eine der Kirche würdige Weise geklärt wird !

Elija aus Jerusalem