Das Schreiben der Kardinäle an den Papst ist berechtigt, auch die Veröffentlichung! - Ganzer Text

Vorbemerkung:

In der kommenden Zeit möchte ich das Thema der Problematik um das päpstliche Lehrschreiben Amoris laetitia von verschiedenen Aspekten her kommentieren.

Es würde die Texte zu sehr sprengen und auch belasten, wenn ich ständig links zur Vertiefung einführen würde, mache werde ich setzen. Interessierte können die jeweiligen Themen sehr leicht durch Suchmaschinen im Internet finden!

Heute kommentiere ich den Aspekt:

Das Schreiben der Kardinäle an den Papst ist berechtigt, auch die Veröffentlichung!



Noch steht eine offizielle Antwort von Papst Franziskus auf die Anfrage der vier Kardinäle aus, wenn eine solche überhaupt kommen wird. Bisher gab es seitens des Heiligen Vaters nur indirekte Antworten auf Anfragen und Stellungnahmen von verschiedenen Seiten hinsichtlich Amoris Laetitia (AL).

Warum antwortet das Oberhaupt der Kirche nicht auf die Sorgen und Irritationen von Gläubigen?

Da evtl. Antwortversuche in das Reich von Spekulationen weisen, möchte ich lieber die Berechtigung des Schreibens der Kardinäle unterstreichen, auch ihren Gang an die Öffentlichkeit!

Bei den fünf „dubia“ der Kardinäle handelt es sich um wesentliche Fragen, welche die Kirche in ihrer pastorale Ausrichtung und in ihrer Lehre betreffen. Für die Kardinäle, aber auch für andere Kleriker und Gläubige, ist die eingeschlagene Richtung des Papstes in diesem Schreiben nicht eindeutig zu identifizieren. Die Aussagen wirken in manchen Punkten nicht deckungsgleich mit der bisherigen Richtung der Kirche. Besonders ist die Frage nach dem Empfang der Sakramente für jene Menschen in die Diskussion geraten, die in einer zweiten Verbindung zusammenleben, obwohl die gültige sakramentale Ehe noch besteht! Bisher war es klar, daß dies ein Zustand des Ehebruchs bedeutet und den Empfang der hl. Sakramente grundsätzlich ausschließt. In Amoris laetitia wird im achten Kapitel jedoch, besonders durch die inzwischen berüchtigte Fußnote 351, angedeutet, daß es hier unter bestimmten Umständen eine andere Praxis gegen könnte. Damit wird in etwas veränderter Weise ein Anliegen aufgenommen, welches Kardinal Kasper, damals Bischof von Rottenburg zusammen mit Erzbischof Oskar Saier (Freiburg) und Kardinal Lehmann (Mainz) 1993 an die Kirchenleitung richtete und vom Glaubenspräfekten Kardinal Ratzinger mit den entsprechenden theologischen Begründungen zurückgewiesen wurde.

Wenn man die heutige Diskussionen über das Thema verfolgt, sind die anstehenden Fragen eigentlich damals schon authentisch vom Lehramt beantwortet worden!
Warum hat man sie noch einmal zum Thema werden lassen und zwar so intensiv, daß die anderen Inhalte von AL und den beiden Bischofssynoden 2014/2015 zurücktreten?

Welchen Sinn ergibt dies?

Wäre es nicht angemessener gewesen stattdessen darauf hinzuwirken, daß sich keine Praxis etabliert, welche der Weisung der Kirche entgegensteht, was durchaus der Fall in der eine oder anderen Diözese war und ist! Jetzt fühlen sich jene Kräfte bestätigt, die in der Pastoral bereits schon vom offiziellen Weg der Kirche abgewichen sind und meinen in AL eine Bestätigung des Papstes zu erhalten!

Nun ist die Diskussion intensiv in der Kirche aufgebrochen und es ruft umso mehr nach einer Klarstellung durch den Papst. Manche mögen sein Schweigen zunehmend als bedrückend empfinden.

Wie wird Gott mit all dem umgehen?

Im Vertrauen auf ihn hoffe ich auf eine umfassende Klärung. Die Kleriker und Gläubigen müssen wissen, woran sie sind. Die verschiedenen Diskussion wie das Schreiben von AL zu verstehen ist – im Sinne der Tradition, im Sinne einer neuen barmherzigeren Sicht auf irreguläre Situationen oder in der Diskontinuität mit dem bisherigen Lehramt sind Fragen, die bis in den Gewissensbereich hineinwirken können. Deshalb ist die „dubia“ der vier Kardinäle wichtig! Sie übernehmen Verantwortung für die Kirche und ihre Gläubigen, wissend, daß der Zustand der Ungewißheit und Verwirrung der Kirche immer mehr schadet!

Elija aus Jerusalem